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Argumentative  Gesprächskompetenz in der Schule: Kontexte, Anforderungen, Erwerbsverläufe  

gemeinsames Projekt mit der Pädagogischen Hochschule Zug
Laufzeit: September 2014- August 2017

Hauptgesuchsteller: Prof. Dr. M. Luginbühl, weitere Gesuchstellerin: Prof. Dr. Brigit Eriksson (PH Zug)

Mitarbeiter: Dr. Stefan Hauser (PH Zug), Judith Kreuz (PH Zug), Vera Mundwiler (Universität Neuchâtel)

Kontakt: Dr. Stefan Hauser (Koordinator)

Finanzierung durch den Schweizerischen Nationalfonds

 

Ziel dieses Projektes ist eine systematische Untersuchung, wie deutschsprachige Kinder aus der Schweiz von 7-12 Jahren im schulischen Kontext miteinander diskutieren. Vorliegende didaktisch angelegte Übungsmodelle und Beurteilungsraster fokussieren i.d.R. auf (zumeist statisch konzipierte) Einzelargumente; im hier vorzustellenden Projekt soll aber der dynamisch-interaktive, co-konstruktive Aspekt von Argumentationsgesprächen in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Ergebnisse geben Hinweise auf den Erwerb von Argumentationskompetenzen und können didaktisch genutzt werden.

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts

Das Projekt setzt sich zum Ziel, Grundlagenwissen für die Förderung von Gesprächs­kompetenz im Schulunterricht in der Primarschulstufe zu liefern. Im Zentrum stehen Diskussionen, also kommunikative Praktiken, mit denen ein Thema gemeinsam durch aufeinander bezogene argumentative Sprachhandlungen bearbeitet wird.

Grundlage des Projekts sind gefilmte Gruppengespräche in den Klassen 2, 4 und 6 der Primarstufe. Dabei werden die Gesprächssituationen systematisch verändert, um so das entsprechende Gesprächsverhalten unter unterschiedlichen Bedingungen beobachten zu können. Variiert werden neben dem Alter das Gesprächsthema und die Handlungskonsequenz der geführten Gespräche .

Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext

An Diskussionen teilnehmen zu können, die Argumente anderer verstehen und mit eigenen Argumenten darauf reagieren zu können, ist im schulischen (und später im beruflichen) Kontext von großer Bedeutung. Aber auch in alltäglichen Interaktionen ist die Fähigkeit oft gefragt, Wissen mit anderen diskutierend zu erarbeiten und abzugleichen.

Gemäß neueren Erkenntnissen ist mündliches Argumentieren für das schulische Lernen und für den schulischen Erfolg generell wichtig. Die im Projekt erhobenen Daten werden es erlauben, ein empirisch fundiertes Modell argumentativer Gesprächskompetenz zu entwickeln, das relevante Teilkompetenzen und unterschiedliche Kompetenzniveaus definiert. Die Studie soll auch Aussagen über den Erwerbsverlauf argumentativer Gesprächskompetenz machen. Das gewonnene Wissen liefert die Grundlage für weiterführende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich der Sprachdidaktik.

Keywords: germanistische Linguistik, Gesprächsanalyse, Argumentation, Spracherwerb, Gesprächskompetenz, Deutschdidaktik, Sprachunterricht

Vorträge

Stefan Hauser, Martin Luginbühl: Wie Kinder diskutieren lernen – Untersuchungsdesign einer Studie zur argumentativen Gesprächskompetenz von Schulkindern. GAL-Kongress 2014, Universität Marburg. 17. Januar 2014

Stefan Hauser, Martin Luginbühl: Argumentative Gesprächskompetenz von Schulkindern. 18. Arbeitstagung zur Gesprächsforschung. Institut für deutsche Sprache, Mannheim. 26. März 2014

Stefan Hauser, Martin Luginbühl: Argumentationskompetenz als Normproblem. Theoretische Reflexionen und empirische Befunde aus gesprächsanalytischer Perspektive. Jahrestagung der VALS-ASLA: Sprachnormen im Kontext, Università della Svizzera Italiana. 14. Februar 2014

Brigit Eriksson, Martin Luginbühl: Argumentative Gesprächskompetenz von Schulkindern. 8. Jahrestatung der AG Mündlichkeit des Symposion Deutschdidaktik. Essen. 18. Januar 2014