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NFP 56 "Die zweisprachige Maturität in der Schweiz"

Leitung: Prof. A. Näf
Mitarbeiter: Dr. Daniel Elmiger, Natacha Reynaud, lic. phil., Gabriela Steffen, lic. phil., Nicole Widmer, lic. phil.
Laufzeit: 2005-2008
Näheres zum Projekt: http://www.nfp56.ch/d_projekt.cfm?kati=1 (in deutscher Sprache) und unter http://www.nfp56.ch/f_projekt.cfm?kati=1(in französischer Sprache).

Auf der gleichen Webseite findet sich auch der kurzgefasste Schlussbericht (bzw. rapport final). Eine ausführliche Dokumentation des Forschungsprojekts in Form einer Buchpublikation ist in Vorbereitung und wird veraussichtlich Anfang 2010 erscheinen.

Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms NFP 56 mit dem Titel Sprachenvielfalt und Sprachkompetenzen in der Schweiz läuft gegenwärtig am Germanistischen Institut der Universität Neuchâtel folgendes Teilprojekt:

Die zweisprachige Maturität in der Schweiz
Evaluation der Chancen und Risiken einer bildungspolitischen Innovation

In Artikel 18 des Maturitäts-Anerkennungs-Reglements (MAR) von 1995 wird festgehalten, dass die von einem Kanton erteilte zweisprachige Maturität vom Bund anerkannt werden kann, sofern mindestens zwei Maturitätsfächer in der Immersionssprache unterrichtet werden und die Gesamtstundenzahl mindestens 600 Stunden beträgt. Unterdessen wird die Maturität mit der mention bilingue" an 44 Gymnasien in 17 Kantonen praktiziert. In der Deutschschweiz ist dabei Englisch die am häufigsten verwendete Immersionssprache, in der Westschweiz die Landessprache Deutsch. Eine wissenschaftlich orientierte Begleitreflexion und eine empirische Forschung zum bilingualen Lehren und Lernen auf der Sekundarstufe II gibt es in der Schweiz hingegen bis heute noch nicht.

Bei unserem Projekt sollen vor allem die beiden Untersuchungsmethoden Sprachstandsmessungen (z.B. mit Hilfe von C-Tests, immer im Vergleich zu monolingualen Kontrollklassen) und Unterrichtsbeobachtung zum Einsatz gelangen. Anhand von transkribierten Audioaufnahmen soll den Prozessen des Verstehens, Bloss-der-Spur-nach-Verstehens, Halbverstehens, Missverstehens und (sprachlich, sachlich oder kulturell bedingten) Nichtverstehens im Sachunterricht sowie der Problematik des gleichzeitigen Aufbaus von Kompetenzen in der Sprache und im immersiven Sachfach (Geschichte und Biologie) nachgegangen werden. Dabei soll unter anderem die durch bisherige Forschungen in Deutschland aufgestellte Hypothese überprüft werden, nach der vom (teil)immersiven Unterricht in erster Linie die rezeptiven Fertigkeiten (Hör- und Leseverstehen) profitieren. Auch der Frage allfälliger Risiken einer Fremdsprache als Arbeitssprache (z.B. in Form von Defiziten im muttersprachlichen Repertoire oder vom Kenntnisrückständen im Sachfach) soll soweit möglich nachgegangen werden .

Aus dem Projekt sollen Empfehlungen für die Unterrichtspraxis (zuhanden der Lehrpersonen) und für die Bewilligungspraxis (zuhanden der bildungspolitischen Behörden, etwa der EDK und der Schweizerischen Maturitätskommission) herauswachsen, etwa zu Fragen wie: Welche Rahmenbedingungen müssen für einen effizienten immersiven Sachfachunterricht erfüllt sein? Welches ist das Profil der idealen" Lehrperson? Welche Fächer eignen sich besonders gut dafür? Welche didaktischen Vorgehensweisen sind besonders erfolgversprechend im bilingualen Unterricht (best practices)?

Studierende, die im Rahmen dieses Projekts ihre Magisterarbeit schreiben wollen, sollen sich an den Projektleiter wenden. Abgeschlossen sind unterdessen die Diplomarbeiten von Sarah Grüninger (Zweisprachige Maturität am Lycée-Collège des Creusets in Sion/Sitten, 2007), Loïca Biolchi (Immersionsunterricht in der Sicht der Ehemaligen des Lycée cantonal de Porrentruy, 2008), Séverine Gonin (Immersion auf der Sekundarstufe I, ESRN du Bas-Lac in St-Blaise-Marin, 2008). In Arbeit ist jene von Mélanie Vuitel (Der C-Test als Instrument für Sprachstandsmessungen).