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Kursangebot

Deutschsprachige Gegenwartsliteratur der Schweiz

Seminar
Friedrich Dürrenmatt

    
DI 1415 – 1545 / Herbst    B.2.78

Friedrich Dürrenmatt erreichte in den 1950er- und 1960er-Jahren eine fast einhellige Anerkennung. Joachim Kaiser meinte, Dürrenmatt habe unser „Weltgefühl“ verändert; Hans Mayers Urteil war noch pointierter: „Dürrenmatt gehört zu den ganz wenigen Genies der Nachkriegsliteratur deutscher Sprache. Ein Meteor wie Büchner und Kafka“. Solch enthusiastischen Einschätzungen steht heute gerade unter Literatur- und Theaterkritikern Skepsis gegenüber. 25 Jahre nach Dürrenmatts Tod erscheint der Zeitpunkt gegeben, sein Werk, seine Nachwirkung und seinen Stellenwert aus heutiger Sicht neu zu beleuchten. Im Zentrum der Veranstaltung wird die Analyse exemplarisch ausgewählter Texte aller Gattungen stehen, die bedeutende dramaturgische und narratologische Fragen aufwerfen und Aufschlüsse über die Wandlungen von Dürrenmatts Schreiben geben. Miteinbezogen wird insbesondere auch das Bildwerk und dessen Bezüge zur Poetik.


Seminar
Literarische Utopien


Di 1415 – 1545 / Frühling    B.2.79

Nach einer kühnen These (Gert Uedings) ist die Utopie mit Literatur und Kunst schlechthin identifizierbar. Die Utopie (Griechisch ou-topos) bezeichnet einen Nicht-Ort, die Erzählform ist als Erfindung oder Fiktion erkennbar. Literarische Utopien schaffen Traumbilder einer besseren Welt oder auch Gegenbilder zur Wirklichkeit. Sie weisen eine von Platon (Politeia) über Thomas Morus (Utopia), Tommaso Campanella (Der Sonnenstaat) und Francis Bacon (Nova Atlantis) bis in die Moderne (Wells, Huxley, Orwell) reichende Tradition auf. Auf dem Hintergrund ihrer Geschichte und ihrer Typologien nimmt unser Seminar vornehmlich zeitgenössische Texte in den Blick, obwohl wir – so Joachim Fest – am „Ende des utopischen Zeitalters“ zu leben scheinen.